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REPORT

Zeitschrift für Weiterbildungsforschung

Wissenschaftliche Weiterbildung

Wissenschaftliche Weiterbildung führt in Deutschland bislang eher ein Nischendasein, und zwar sowohl innerhalb der Hochschulen als auch in Bezug auf das Gesamtspektrum der Weiterbildung. International dagegen wächst die Bedeutung der wissenschaftlichen Weiterbildung nachhaltig. Die deutschen Hochschulen befinden sich mitten in der Umstellung der Studiengänge auf die Bachelor- und Masterstruktur und damit in einem gravierenden Umbruch. Hinzu kommt der Trend zu einer stärkeren Kommerzialisierung der Hochschulen. Diese Entwicklung lässt auch nachhaltige Auswirkungen für die wissenschaftliche Weiterbildung vermuten und war Anlass, der wissenschaftlichen Weiterbildung ein Themenheft zu widmen, herauszufinden, wo sie in Deutschland steht und ihre Position im internationalen Vergleich zu bestimmen.

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Seite
Inhaltsverzeichnis
9 Abstract: Deutsch English
Weiterbildung an Hochschulen - Daten zu Entwicklungen im Kontext
des Bologna-Prozesses
Faulstich, Peter; Graeßner, Gernot; Schäfer, Erich
Vielfältige, unterschiedliche und gleichzeitig divergierende Einflüsse bestimmen die Hochschullandschaft und erzeugen personelle und institutionelle Verunsicherungen. Dies betrifft auch die wissenschaftliche Weiterbildung. Generell festzustellen ist eine Kommerzialisierung in den Hochschulen verbunden mit einer zunehmenden Autonomisierung von Teileinheiten; Fachbereiche bzw. Fakultäten erhalten eine stärkere Rolle. Die wissenschaftliche Weiterbildung gerät dabei in eine widersprüchliche Lage: zum einen wird sie durch die Neugliederung des Studiums im Bologna-Kontext in die strukturellen Umbrüche einbezogen und verliert ihre Randständigkeit; zum anderen ist sie dem Kommerzialisierungsdruck in extremer Weise ausgesetzt. Deshalb werden empirische Materialien – wie wir sie im Folgenden zusammentragen – besonders wichtig, um weitere Perspektiven zu diskutieren
Continuing education at schools of higher learning – data on developments in the context of the Bologna process

Wide-ranging, different and at the same time diverging factors are having an impact on schools of higher learning, causing uncertainty among staff as well as institutional insecurity. This also goes for scholarly continuing education. In general it would appear that there is a trend towards commercialisation of universities linked with a growing autonomy of sub-units, faculties and departments. Scholarly continuing education is by the same token subject to countervailing forces: on the one hand, the reform of studies programmes in the Bologna context is being included in the structural changes and losing its marginal status; on the other hand, schools of higher learning are under extreme pressure to commercialise. This is why empirical material, which we have summarised in the following, are particularly important in discussing future prospects.
19 Abstract: Deutsch English
Lernen von anderen Ländern? Internationale Perspektiven
zur Teilnahme an Hochschulweiterbildung
Schaeper, Hildegard
Aus international vergleichender Perspektive versucht der Beitrag, die Bedingungen zu identifizieren, die eine Teilnahme an Hochschulweiterbildung begünstigen oder erschweren, und die Frage zu beantworten, was wir von anderen Ländern lernen können. Dazu werden ausgewählte, aufgrund sekundarstatistischer Analysen gewonnene Ergebnisse aus sieben Ländern vorgestellt und systematisch auf den länderspezifischen institutionellen Kontext bezogen. Unsere Analyse zeigt, dass die gegenwärtige Situation und die zukünftige Entwicklung der Hochschulweiterbildung in starkem Maße pfad- und kontextabhängig sind und dass aufgrund dieses systemischen Charakters die Übertragbarkeit einzelner Elemente eingeschränkt ist. Dennoch bleibt Einiges von den Vergleichsländern zu lernen.
Learning from other countries? International perspectives on participation in continuing education at schools of higher learning

This article adopts an international comparative perspective to identify the conditions favouring or impeding participation in university continuing education and seeks to answer the question of what we can learn from other countries. To this end, data selected from seven countries through secondary statistical analyses is presented and systematically compared to the specific national institutional context. Our analysis shows that the current situation and future development of university continuing education is highly dependent on pathways and context and that this systemic nature applies constraints on the adoption of individual elements from other countries. Nevertheless, one can learn from the comparative countries.
30 Abstract: Deutsch English
Wissenschaftliche Weiterbildung: Organisation und Geschäftsfelder
im internationalen Vergleich
Hanft, Anke; Knust, Michaela
Während die Bedeutung des Lifelong Learning international stark wächst und sich in veränderten und erheblich erweiterten Angebotsstrukturen ausdrückt, können die deutschen Einrichtungen der wissenschaftlichen Weiterbildung dies bislang nicht für eine Stärkung ihrer innerhochschulischen Position nutzen. Eine internationale Vergleichsstudie zeigt, dass Organisationsformen, Verantwortlichkeiten oder Bandbreite der bearbeiteten Geschäftsfelder in den Vergleichsländern eine bedeutsamere Position sowohl innerhalb der Hochschulen als auch außerhalb, durch eine stärkere Marktpräsenz, ermöglichen. Dieser Beitrag bietet eine Sicht über „den eigenen Tellerrand” und zeigt sowohl wie die wissenschaftliche Weiterbildung in den Vergleichsländern positioniert ist als auch welche Implikationen sich hieraus für Deutschland ergeben.
Continuing higher education: International comparison of organisation and business areas

While the relevance of lifefelong learning is growing internationally and is reflected in a changing and growing range of programme and course structures, German continuing higher education (CHE) institutions are unable to use this increased relevance to strengthen their own positions. An international comparison of CHE in six countries shows that types of organisation, responsibilities and the range of ”business areas” vary greatly. Especially in Finland and the United States, CHE has a more important status both within and outside schools of higher learning due to professionalised internal structures and a stronger presence in the market. This article looks ”beyond the rim of the teacup” to show how CHE is positioning itself in the countries compared and what the implications of this are for the German situation.
42 Abstract: Deutsch English
Die Produktklinik - eine Methode zur nachfrageorientierten
Planung von Angeboten wissenschaftlicher Weiterbildung
Hippel, Aiga von
Wissenschaftliche Weiterbildung steht vor der Herausforderung, auf heterogene Zielgruppen reagieren und sich im konkurrierenden Weiterbildungsmarkt positionieren zu müssen. Um nachfrageorientiert Weiterbildungsprogramme planen zu können, benötigt sie Wissen über den Bildungsbedarf ihrer Adressaten. Produktkliniken als eine innovative Methode der Marktabklärung bieten die Möglichkeit, Adressaten in die Programmgestaltung mit einzubeziehen, ihren Bildungsbedarf zu erheben und Positionierungschancen von Neuentwicklungen im Kontext des eigenen Images zu analysieren. Produktkliniken können damit zur Profilbildung der wissenschaftlichen Weiterbildung beitragen.
The product clinic – a method to plan demand-oriented planning of courses and programmes for continuing higher education

Continuing higher education is facing the challenge of having to react to heterogenous target groups and having to position itself in the competitive market of further education. In order to be able to plan demand-oriented programms for further education, knowledge of the addressees´ specific educational needs is required. Product clinics as an innovative method of market analysis provide the means to integrate addressees in the planning of programms, determine their educational needs and analyse possibilities for new developments to position themselves within the context of their self-image. Product clinics may thus contribute to the development of a specific profile of scientific further education.
52 Abstract: Deutsch English
Ist Hochschulweiterbildung internationalisierbar?
Erfolgsfaktoren und Hindernisse für den Export von Weiterbildungsprogrammen
aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Hochschulen
Weber, Karl
Im Kontext einer generellen Ausweitung des Hochschulbereichs durch fortschreitende Ausdifferenzierung und neue Regulationsmodelle ist die internationale Orientierung zu einem zentralen Unterscheidungs- und Qualitätsmerkmal geworden. Der Beitrag zeigt, dass Möglichkeiten für eine stärkere Internationalisierung der Weiterbildung an Hochschulen sowohl von der Art des Angebots und der organisationalen Einbindung als auch von strukturellen Faktoren des Arbeitsmarktes abhängen. Ferner kann GATS (General Agreement on Trade in Services) zu einer Öffnung des Marktes für ausländische und private Anbieter beitragen und somit zu einer Herausforderung für kommunale Anbieter werden. Bislang ist jedoch nicht eindeutig einzuschätzen, ob sich durch GATS die Hochschul-Weiterbildungslandschaft nachhaltig verändern wird.
Can continuing university education be "internationalised"? Factors conditioning success and constraints on the export of continuing education programmes from German, Austrian and Swiss schools of higher learning

In the context of a general expansion of the university sector through an ongoing differentiation and new regulatory models, the international orientation has become a key differentiating factor and quality aspect. This article shows that possibilities for greater internationalisation of continuing education at schools of higher learning depend on the type of programmes, the organisational context and structural factors in the labour market. Moreover, GATS (General Agreement on Trade in Services) is contributing to a general opening up of the market for foreign and private providers, thus posing a challenge to public providers. This far it has not been possible to forecast, however, whether GATS will lead to any lasting changes in the sector of continuing university education or not.
65 Abstract: Deutsch English
Berufliche Weiterbildung Erwerbstätiger - zur Erklärungskraft
tätigkeitsbezogener Merkmale für das Weiterbildungsverhalten
Hall, Anja; Krekel, Elisabeth M.
Zur Erklärung des Weiterbildungsverhaltens Einzelner werden häufig soziodemografische, betriebs- und beschäftigungsbezogene Daten herangezogen. Obwohl Weiterbildungsbedarfe häufig unmittelbar im Arbeitskontext entstehen, konnten – nicht zuletzt aufgrund der vorhandenen Datenlage – tätigkeits- und arbeitsplatzbezogene Merkmale seltener berücksichtigt werden. Auf der Grundlage einer repräsentativen Befragung von rund 20.000 Erwerbstätigen im Jahr 2006 ist dies jedoch möglich. Die nachfolgenden multivariaten Analysen zeigen, dass diese Merkmale einen hohen Einfluss auf die Weiterbildungsteilnahme Erwerbstätiger haben. Insbesondere hohe Qualifikationsanforderungen am Arbeitsplatz, aber auch wissensintensive berufliche Tätigkeiten sowie Lern- oder Kreativitätsanforderungen des Arbeitsplatzumfeldes erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme an formalisierter Weiterbildung in Kursen bzw. Lehrgängen, aber auch an informeller Weiterbildung wie z. B. dem Lernen auf Fachtagungen, Fachmessen oder über Fachliteratur. Geringe Bedeutung haben die Merkmale dagegen in Bezug auf arbeitsplatznahe Lernformen, wie Einarbeitung/Anlernen am Arbeitsplatz, Supervision oder Coaching.
Vocational continuing education by gainfully employed persons – the explanatory power of activity-related features for continuing education behaviour

Socio-demographic, company and employment data is often used to explain continuing education behaviour of individuals. Even though continuing education needs arise directly in the job context, job-related aspects are less frequently taken into account – not least due to the availability of data. This has been made possible, however, by a representative survey of around 20,000 employed persons conducted in 2006. The following multivariate analyses show that these traits have a significant influence on individuals’ participation in continuing education. In particular job qualification requirements, but also occupational activities as well as learning requirements or demands for creativity in the job environment are positively correlated with participation in formalised continuing education in courses and studies programmes, but also in informal continuing education such as e.g. learning at conferences, trade fairs or by reading the trade literature. Factors which appear to be less important with respect to job-related forms of learning include familiarisation with a new job or task or on-the-job training, supervision and coaching.
81
Hanft, Anke; Simmel, Annika (Hrsg.) (2007): Vermarktung von Hochschulweiterbildung
Jütte, Wolfgang
Köhler, Gerd
Vogt, Helmut
84
Bremer, Helmut: Soziale Milieus, Habitus und Lernen
Zur sozialen Selektivität des Bildungswesens
am Beispiel der Weiterbildung
Rezension
Lassnigg, Lorenz
86
Dust, Martin: „Unser Ja zum neuen Deutschland”
Katholische Erwachsenenbildung von der
Weimarer Republik zur Nazi-Diktatur
Rezension
Heuer, Klaus
86
Gieseke, Wiltrud: Lebenslanges Lernen und Emotionen
Wirkungen von Emotionen auf Bildungsprozesse
aus beziehungstheoretischer Perspektive
Rezension
Holzapfel, Günther
88
Heuer, Ulrike; Siebers, Ruth: Weiterbildung am Beginn des 21. Jahrhunderts
Festschrift für Wiltrud Gieseke
Rezension
Grotlüschen, Anke
89
Janetzko, Dietmar: Eigenlogik
Zur Rolle subjektiver Theorien bei der Bildungsmotivation
Rezension
Egger, Rudolf
90
Kaiser, Arnim; Kaiser, Ruth; Hohmann,
Reinhard (Hrsg.): Lernertypen – Lernumgebung – Lernerfolg
Erwachsene im Lernfeld
Rezension
Knoll, Jörg
91
Koerrenz, Ralf; Meilhammer, Elisabeth;
Schneider, Käthe (Hrsg.): Wegweisende Werke zur Erwachsenenbildung
Rezension
Nolda, Sigrid
93
West, Linden; Alheit, Peter; Andersen, Anders
Siig; Merill, Barbara (Hrsg.):: Using Biographical and Life History
Approaches in the Study of Adult and Lifelong
Learning: European Perspectives
Rezension
Schlüter, Anne
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