Die Frage nach der Lernfähigkeit und der Lernmotivation Älterer hat eine lange Geschichte. Trotz vieler gegenteiliger Belege hielt sich bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die Annahme, dass die Lernfähigkeit kontinuierlich, biologisch bedingt, abnimmt. In den 1980ern Jahren kam es zu einem Perspektivenwechsel. Schon damals zeichnete ich ein demographischer Wandel ab. Alter - bisher vor allem ein medizinisches Thema - wurde nun auch sozialwissenschaftlich und pädagogisch diskutiert. In den 1990er Jahren setzte sich national und international die Perspektive des "lebenslangen Lernens" durch und Altenbildung war nicht länger nur ein Anhängsel der Erwachsenenbildung. Nicht zuletzt infolge der Debatten um eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit gerät die so genannte Generation "50 plus" auch im Rahmen beruflicher/betrieblicher Weiterbildung in den Blick. Die "Ressource Berufs- und Lebenserfahrung" wird wiederentdeckt. Der vorliegende REPORT versucht, der Vielschichtigkeit des Themas durch unterschiedliche Zugänge und Schwerpunkte gerecht zu werden.
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Inhaltsverzeichnis
9
Abstract:
Deutsch
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Kruse, Andreas
Die begriffliche Unterscheidung von Altern und Alter verdeutlicht, dass die Differenzierung eines eigenen Lebensabschnittes „Alter” als Ergebnis sozialer Konstruktion anzusehen ist. Die Auseinandersetzung mit Fragen des Alterns weist auf die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen physiologisch-biologischem, psychologischem und sozialem Altern hin, wobei Entwicklungsprozesse in diesen drei Dimensionen sehr unterschiedlich verlaufen. Das Alter als gesamte Lebensphase ist sowohl unter dem Aspekt der „Gewinne” wie auch der „Verluste” zu betrachten. Beide Aspekte sind in einen kulturellen Entwurf des Alterns zu integrieren. Die Leitbilder und zentralen Positionen des Altenberichts der Bundesregierung, der sich mit den „Gewinnen” im Alter beschäftigt, werden vorgestellt. Befunde und Empfehlungen zur Arbeitswelt und zur Bildung werden zusammenfassend dargelegt.
Differentiating ageing and old age it is argued that a separate life stage ”old age” is to be understood as a social construction. Ageing must not be conceptualized as a uniform and unidirectional process. Instead, physiological-biological, psychological, and social ageing are somehow independent processes following different developmental curves. Focussing on old age as a whole makes clear that gains as well as losses are characteristic for this life stage. Both aspects should be incorporated into cultural concepts of ageing. Key issues and positions of the German report on Ageing are delineated. Some empirical results and recommendations refering to labour market policy and education are discussed.
19
Abstract:
Deutsch
English
Anmerkungen zum erwachsenenpädagogischen Verschweigen des Todes
Arnold, Rolf
Die Erwachsenenpädagogik ist durch lineare Legenden geprägt. Zu diesen zählen die ihr impliziten Lebenslaufmodelle. Sie sind – wie in einem ersten Schritt der vorliegenden Betrachtungen gezeigt werden soll – Beschreibungen der aufbrechenden Biografie, ihnen entgeht der Aspekt des zuende gehenden Lebens. Aus diesem Grunde transportieren ihre Begründungen häufig ein nur halbiertes Bild vom Erwachsenen. Erwachsene erscheinen als zeitlose und prinzipiell entwicklungsoffene Wesen, deren „Unbelehrbarkeit” nicht wirklich als Ausdruck der strukturellen Starrheit ihrer Deutungs- und Emotionsmuster im Kontext einer sich verkürzenden Zeitperspektive „gewürdigt” wird, was im einem zweiten Teil des vorliegenden Textes genauer erörtert wird. Die beobachtertheoretische Suche nach der Leitdifferenz in der Abgrenzung zum Kind verschattet zumeist – wie in einem dritten Analyseschritt gezeigt wird – den Blick auf die Fortdauer des Kindlichen im Erwachsenen und führt zu einem Konstrukt, welches die Abschiedlichkeit des erwachsenen Lebens nicht in den Blick zu rücken vermag. So entgleitet der Erwachsenenpädagogik die eigentliche Substanz des Erwachsenen und seiner Bildung, welches sich – so das in einem vierten Schritt dargelegte Ergebnis der Betrachtungen – zwischen Wiedererkennen und Abschiedlichkeit konstelliert.
Adult education is also stamped by linear legends, including its implicit models of biography. These are, as shall be shown in the first section of this consideration, concepts of a setting-out-biography. They oversee the aspect of life coming to an end. For that reason adult education often just shows half of the picture of an adult. The adult appears as a timeless entity, being in principle open for development. His ”Unteachableness” is not really seen as a result of the structural rigidity of his patterns of interpretation and emotion according to an ever shortening time perspective, which shall be discussed further in the second section of this article. The search for a leading difference between and adults from a observer theoretical point of view – as shown in the third section – hides the continuation of childlike aspects in adults and leads to a construct, which is not able to see the character of leavin in adult life. That is how adult education loses the very substance of the adult and his/her education and formation, which – as shown in the fourth section – is shaped between re-cognition and leaving.
29
Abstract:
Deutsch
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Der Einfluss betrieblicher Sichtweisen und struktureller Bedingungen
Bellmann, Lutz; Stegmaier, Jens
Das Wissen um den Umfang und um Strukturen betrieblichen Weiterbildungsverhaltens gegenüber älteren Arbeitnehmern ist noch immer unzureichend. Der vorliegende Beitrag stellt auf Basis der Daten des IAB-Betriebspanels einige grundlegende Ergebnisse vor. Zur Erklärung des betrieblichen Weiterbildungsverhaltens arbeiten die Autoren neben der Humankapitaltheorie v. a. mit Elementen der Rational Choice Theorie, wonach betriebliche Handlungsmuster als nicht ausschließlich von ökonomischen Zielen determiniert modelliert werden können. Nach einigen deskriptiven Ergebnissen, wird die These, dass eine positive (negative) Einstellung gegenüber älteren Beschäftigten zu einem höheren (geringeren) Weiterbildungsangebot führt, in einem multivariaten Modell geprüft.
There are only a few studies on the scale and structure of on-the-job-training for elder employees. This article provides basic results using data of the IAB-Establishment-Panel. In addition to human capital theory we try to explain the firm behaviour considering rational choice theory, which allows non-economic explications. After introducing descriptive statistics, the authors test the assumption whether a positive (negative) attitude towards elderly leads to more (less) training. Results indicate that awareness of elder employees itself is more important than a positive opinion.
41
Abstract:
Deutsch
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Gröning, Katharina
Bildung für ältere Menschen hat vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Erforschung und der bildungspraktischen Arbeit stand dabei primär die Gruppe der „jungen Alten”. Systematisch ausgeblendet wurde lange Zeit das Thema Hochaltrigkeit. Die Autorin zeichnet Entwicklungslinien und blinde Flecken der Altersforschung und -bildung auf und plädiert für eine Neuorientierung des Bildungsansatzes im Kontext der Angehörigenpflege. Dabei nimmt sie insbesondere das Spannungsfeld zum feministischen Diskurs und zu Ansätzen der Frauenbildung in den Blick.
Education for elderly people has continuously increased in significance against the background of demographic developments. Primarily the group of the ”young old” has been in the centre of scientific exploration and practical educational work. For a long time the theme old age has been shielded. The author shows development lines and blind spots of old age research and old age education and pleads for a re-orientation of the educational approach in the context of relatives care. Thereby she focuses especially on the area of tension of the feminist discourse and she focuses on the basic approaches in women’s education.
51
Abstract:
Deutsch
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Völkening, Gertrud
Die demografische Entwicklung in Deutschland wird dazu führen, dass die Gesellschaft in zehn Jahren mehr älteren Menschen als jüngeren gerecht werden muss. Vor diesem Hintergrund zeigt der Beitrag auf, in welcher Weise Einrichtungen der kommunalen Erwachsenenbildung gefordert sind, spezifische Angebote zu entwickeln, die unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen und -bedürfnisse einer sehr heterogene Altersgruppe berücksichtigen. Anhand von Beispielen aus der Volkshochschularbeit verdeutlicht die Autorin, wie Inhalte, Lehr- und Lernformen und Ziele von Bildungsangeboten für Ältere differenziert gestaltet werden können. Als zentrale Prinzipien sieht sie die Entfaltung der Kräfte in Richtung auf Autonomie, Selbstbestimmung, Erhalt der Lebensqualität und Teilhabe. Kommunale Veränderungen müssen von den Älteren mitgestaltet werden.
The demographic development in Germany will lead to the society servicing more older people than younger people. Against this background the contribution shows in which way institutions of communal adult education are called upon for developing specific offers that consider the different educational requirements and educational necessities of a very heterogeneous age group. By means of examples from the work at adult evening classes (Volkshochschulen) the author clarifies how contents, teaching- and learning forms and targets of educational offers for elderly people can be designed differentiated. As central principles she sees the evolvement of strengths in direction of autonomy, self-determination, sustainability of quality of life and participation. Communal changes need to be co-designed by the elderly.
63
Abstract:
Deutsch
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Geißler, Clemens
Die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im Alter (DGFFA) will einen Impuls zur Intensivierung der Diskussion über jene Aspekte des demographischen Wandels geben, denen sich die Hochschulen rechtzeitig zuwenden müssten, wenn sie in der Gesellschaft des langen Lebens ihre Zukunftsfähigkeit festigen wollen. Die in diesem Beitrag dargelegten Anregungen sind Bestandteil eines Positionspapiers, das eine Arbeitsgruppe der DGFFA unter dem Titel Zukunftsperspektiven der Hochschulen im demographischen Wandel erarbeitet hat.
The German Society for Promotion of Research at Old Age (Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im Alter – DGFFA) wants to give an impulse for the intensification of the discussion on those aspects of the demographic change, to which the universities/colleges would need to devote themselves to in due time, if they strive to consolidate their future viability in a society of lifelong learning. The presented suggestions in this contribution are components of a position paper that a work group of the DGFFA has elaborated under the title the future perspectives of universities in demographic change.
70
Abstract:
Deutsch
English
Brödel, Rainer
Bürgerschaftliches Engagement gewinnt in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend an Wertschätzung. Auch im erwachsenenpädagogischen Diskurs erhöht sich die Aufmerksamkeit im Kontext lebenslangen Lernens. In diesem Beitrag diskutiert der Autor, wie Erwachsenenbildung Lernprozesse, die in gesellschaftlichen Handlungszusammenhängen stattfinden, unterstützen, begleiten oder gar initiieren kann. Auf der Grundlage eigener empirischer Erhebungen untersucht er Bürgerschaftliches Engagement als Handlungs- und Lernfeld und fragt nach Lernerfahrungen und Lernerträgen in unterschiedlichen Engagementformen. Sein besonderes Augenmerk gilt abschließend dem Bürgerschaftlichem Engagement in der nachberuflicher Lebensphase.
Citizens’ involvement increasingly gains appreciation in the public perception. Also in the adult pedagogical discourse the attention is raised in the context of lifelong learning. In this contribution the author discusses how learning processes in adult education, that take place in a societal action context, can be supported, guided or even initiated. On the basis of own empirical inquiries the author examines citizens’ involvement as an action- and learning field and asks for learning experiences and leaning benefits in different engagement forms. Concluding, his special focus lies on citizens’ involvement in the life phase after work.
81
Schiersmann, Christiane (2006): Profile lebenslangen Lernens
Weiß, Reinhold
87
Rezension
Hummelsheim, Stefan
88
Rezension
Siebert, Horst
90
Rezension
Germing, Cathrin
91
Rezension
Faulstich, Peter
92
Rezension
Conein, Stephanie
93
Rezension
Dietrich, Stephan
95
Rezension
Siebert, Horst
96
Rezension
Siebert, Horst