Lehr-Lern-Forschung hat in den Erziehungswissenschaften in den letzten Jahren wieder eine stärkere Aufmerksamkeit gefunden. Ursächlich erkennbar ist dabei vor allem zweierlei: einerseits die heftige Debatte über die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems anlässlich der Ergebnisse der PISA-Studie, andererseits die neuen technischen Möglichkeiten der Neurowissenschaften, anhand Bild gebender Verfahren intrahumane Vorgänge bei Lernprozessen beobachten und nach-weisen zu können. Verbunden damit sind auch andere Diskurse, so etwa die Auseinandersetzung mit der konstruktivistischen Position der individuellen Weltsicht oder der politisch-ökonomisch induzierten Diskussion um die Notwendigkeit selbstgesteuerten Lernens. In der vorliegenden Ausgabe des REPORT werden neuere wissenschaftliche Arbeiten zu Lehr-Lern-Prozessen vorgestellt.
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Inhaltsverzeichnis
9
Abstract:
Deutsch
English
Siebert, Horst
Lernforschung - ein Rückblick
Die Geschichte der empirischen Erforschung des Lernens Erwachsener lässt sich bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückverfolgen. In diesem Beitrag werden einige interpretative Lehr-Lernforschungen der Erwachsenenpädagogik in Erinnerung gerufen. Es entsteht der Eindruck, dass das disziplinäre Gedächtnis der Wissenschaft der Erwachsenenbildung unterentwickelt ist, da viele aufschlussreiche ältere Untersuchungen in Vergessenheit geraten zu sein scheinen. Bei neuen Forschungen wird meist wenig auf
eine Anschlussfähigkeit und Kontinuität der Fragestellungen geachtet. Umso wichtiger erscheint eine Historiographie der empirischen Erwachsenenbildungsforschung.
Research on learning - a retrospective
The history of empirical research on adults’ learning reaches back until the twenties of the last century. This contribution evokes some interpretative research on the pedagogy of learning and teaching for adults. It seems that the adult education sciences’ disciplinary memory is underdeveloped as many instructive older analysis seem to have fallen into oblivion. Recent studies mostly don’t pay attention to the linkages and continuity of the questions. It is all the more relevant to develop a historiography of empirical research on adult education.
15
Abstract:
Deutsch
English
Straka, Gerald A.
Vermitteln lerntheoretisch betrachtet
„Vermitteln”, „Vermittlungstheorie” und „Vermittlungswissenschaft” sind derzeit Gegenstand
theoretischer Diskussionen und praktischen Handelns im didaktischen Bereich, was zum Anlass genommen wird zu prüfen, ob und wie Erkenntnisse und Konzepte aus der Lern- und Lehrforschung zur Konzeptualisierung einer solchen Didaktik beitragen können. Ausgehend vom lernenden Subjekt wird ein Rahmen für Lernen und Lehren entwickelt, in dessen Zentrum die komplexe und mehrdimensionale Handlungsepisode aus untrennbar miteinander verbundenem Handeln und Information steht. Es ist das Individuum, das mit ihr die Verbindung zu seiner kulturell geprägten Umgebung herstellt, woraus folgt, dass „Vermitteln” mit seiner Außenperspektive bedingt zukunftsweisend für didaktische Überlegungen sein kann.
Mediating considered from a learning theoretical angle
Mediating and the theory or science of mediating are current topics of theory building and practice in the field of didactics. This was the reason to investigate whether and how research results combining learning and teaching may support the construction of such a concept. A general framework of acting and teaching is introduced from the perspective of the learning subject. The focus is on the concept of a complex and more dimensional action episode in which acting and information are tied inseparably. During an action episode the subject constructs her/his relation to the surrounding cultural environment. As a consequence, mediating seems not to be a forward-looking perspective.
27
Abstract:
Deutsch
English
Wolf, Gertud
Der Beziehungsaspekt in der Dozent-Teilnehmer-Beziehung als Ressource und Determinante lebenslangen Lernens
Zwischen Lehrenden und Lernenden besteht neben der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand stets auch eine dieser Personenkonfiguration entsprechende Beziehung. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht ist die Relevanz des Beziehungsaspektes für die Inhaltsaspekte der Kommunikation unbestritten. Insofern ist davon auszugehen, dass die Qualität dieser Beziehung Auswirkungen auf den Lernerfolg hat. Für die Idee des lebenslangen Lernens bedeutet dies zusätzlich, dass mit dem Gelingen und Scheitern von Lehr-Lernprozessen auch Einstellungen erworben bzw. Schemata gebildet werden können, die Auswirkungen auf spätere Lernversuche haben. Eine Konturierung erwachsenenpädagogischer Professionalität wirft daher die Frage auf, welche Funktion die Beziehung zwischen Dozent und Teilnehmer/in für das Lernen Erwachsener hat, welche vorangegangenen Erfahrungen zu berücksichtigen sind und welche Beziehungsfaktoren die Dozent-Teilnehmer-Interaktion bestimmen.
The aspect of relations in the relationship between teacher and learner as resource and determinant for lifelong learning
In addition to the work with the subject being studied there also exists a personal relationship between the learners and their trainers. The communication science has shown the relevance of relationships in every type of interaction. Therefore, it has to be assumed that the quality of relationships has impacts on learning success. This means for the idea of lifelong learning that – connected to success and failure in learning processes – patterns are built that influence success in later learning situations. For the aspects of professional adult education it is necessary to explore the following questions:
- Which role do relations between teachers and learners play?
- Which previous experiences have to be taken into account?
- Which factors in relationships influence the interaction in the learning process?
37
Abstract:
Deutsch
English
Arnold, Rolf; Gómez Tutor, Claudia
Emotionen in Lernprozessen Erwachsener
Trotz der durch die neurophysiologische Forschung festgestellten Bedeutung emotionaler Vorgänge beim Lernen wird zur Erforschung von Lernprozessen und Kompetenzentwicklung von Erwachsenen derzeit eine eher kognitionsfixierte Perspektive eingenommen. Auf der Grundlage systemisch-konstruktivistischer Konzepte wird hier die Ansicht vertreten, dass nachhaltiges Lernen nur gelingen kann, wenn die Bewusstmachung innerer Erfahrungen die Aneignung äußerer Erfahrungen ergänzt, und auf diese Weise die Ebenen des emotionalen und des kognitiven Lernens verknüpft werden. Dies zeigt auch unter Einbezug einiger empirischer Ergebnisse die Perspektiven für eine Weiterentwicklung des systemisch-konstruktivistischen Paradigmas errwachsenen-pädagogischer Theoriebildung auf.
Emotions in Adults’ Learning
Neurophysiological research has shown the relevance of emotions in learning processes. Nevertheless, the exploration of learning processes and the development of competencies is rather characterised by a cognitive perspective. On the basis of systemic-constructivist concepts the authors show that sustainable learning only works when internal experiences are supplemented with external experiences. By that way the levels of emotional and cognitive learning can be combined. The development prospects of the systemic-constructivist paradigm of adult education theories are described by taking some empirical results into account.
48
Abstract:
Deutsch
English
Müller, Florian
Interesse und Lernen
Der Beitrag thematisiert die Bedeutung der Person-Gegenstand-Konzeption des Interesses für die Forschung und Praxis der Erwachsenenbildung. Die theoretische Vorstellung, dass sich aus Person-Gegenstands-Relationen selbstintentionale, epistemische und gefühlsbezogene Beziehungen zu Gegenständen und Handlungen herausbilden,
macht die Theorie für die Erziehungswissenschaft interessant. Interesse wird als Bedingung, Ergebnis und Ziel von Bildungsprozessen analysiert. Auszugsweise werden empirische Befunde der pädagogisch-psychologischen Interessenforschung angeführt,
Forschungsdesiderate für die Erwachsenenbildung umrissen und einige praktische Hinweise aufgezeigt.
Interest and Learning
This article presents an overview of the so-called educational-psychological theory of interest and demonstrates its relevance for the processes and results of learning. Following this theoretical approach, interest behaviour can be described as a relation between person and object. It is accompanied by self-determination, positive emotions and a strong personal relation to certain objects or actions. Advantages of interest-motivated learning appear in improving cognitive and emotional processes and outcomes. Interest can also be seen as a general goal of pedagogy. This article finally exemplifies some options for future research, especially in the field of adult education.
63
Abstract:
Deutsch
English
Kil, Monika; Wagner, Sina
Entwicklungsarbeiten zum Fragebogen „Organisation und
Teilnehmende” [OrTe]
Ein Instrument zur Erfassung von Erwartungen an Lehre, Lernen und Organisation in der Weiterbildung
Die meisten Qualitätsmanagementverfahren in der Weiterbildung verlangen Teilnehmerbefragungen.
Diese beziehen sich, wie eine Durchsicht von 72 Fragebögen aus der Weiterbildungspraxis zeigte, zumeist auf die Zufriedenheit der Teilnehmenden mit
den Kursleitenden und der Organisation des Kurses. Bei der Interpretation der Fragebogenergebnisse
wird dann nicht berücksichtigt, wie die Bewertungen von Teilnehmererwartungen, Motivationen und unterschiedlichen Kurs- und Anbietertypen beeinflusst
werden. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen eines DFG-Projekts der Fragebogen „Organisation und Teilnehmende” [OrTe] konzipiert und dessen Güte und
Struktureigenschaft anhand einer Teststichprobe bilanziert. Der Fragebogen sowie die Ergebnisse der Testung werden in diesem Beitrag vorgestellt.
Organization and Participants – Development of the instrument [OrTe] to evaluate expectations regarding teaching, learning, and organization in further education
Most of the quality management procedures in continuing education require participant surveys. The perusal of 72 questionnaires in the field of continuing education practice showed that they are mostly related to the participants’ satisfaction with their teachers and the organisation of the course. When those questionnaires’ results then are interpreted, it is not being taken into account in which measure the assessments have been influenced by expectations, motivations and different types of courses and suppliers. In consideration of that the questionnaire ”Organisation and Participants” [OrTe] has been developed in the framework of a DFG-project. Its validity and structural qualities then have been evaluated on the basis of a spot check. This contribution presents the questionnaire and the test results.
77
Baethge, Martin; Baethge-Kinsky, Volker (2004): Der ungleiche Kampf um das lebenslange Lernen
Tippelt, Rudolf
82
Bildung in der Wissensgesellschaft neu denken (Hummelsheim, Stefan)
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (Hrsg.): Bildung neu denken! Das Zukunftsprojekt
Haubner, Dominik; Mezger, Erika; Schwengel, Herman (Hrsg.): Wissensgesellschaft, Verteilungskonflikte und strategische Akteure
84
Rezension
Nuissl, Ekkehard
85
Rezension
Gnahs, Dieter
86
Rezension
Kamrad, Elisabeth
87
Rezension
Nuissl, Ekkehard
89
Rezension
Egetenmeyer, Regina
90
Rezension
Nuissl, Ekkehard
91
Rezension
Lemmen, Anne
92
Rezension
Iller, Carola
93
Rezension
Franz-Balsen, Angela